Bäckstage

Aha, ihr seid´s ja immer noch da. Freut mich! Wie ihr ja mittlerweile wisst, bin ich in den 80ern aufgewachsen. Und ich habe diese Zeit in all ihren Facetten miterleben dürfen. Hautnah. Live und in Farbe. Helmut Kohl hat im Bonner Kanzleramt sein Regierungszepter geschwungen, Michael Knight war mit K.I.T.T. im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung auf Verbrecherjagd, Frank Elstner avancierte "Wetten, dass...?" zur erfolgreichsten Samstagabend-Show Europas, Brettspiele wie "Halma", "Mühle" und "Mensch ärgere dich nicht" waren in jedem Kinderzimmer vorzufinden, Vokuhila-Frisuren waren bei den Jungs und hautenge Jane-Fonda-Leggings bei den Mädels in. Und im neuen Millennium? Da versucht eine Chaostruppe in Berlin, Deutschland zu regieren, "Kngiht Rider" wird ein Klassiker und auf DVD erhältlich sein, das ZDF wird seinen Showklassiker in die ewigen Fernseh-Jagdgründe geschickt haben, gespielt wird dann nur noch online vor dem Rechner, die Jungs werden ihre weißen Tennissocken über die Jogginghose stülpen und es megacool finden, und bis über beide Ohrwaschel geschminkte Mädels werden mit elf Jahren so aussehen, als würden sie an der Straßenecke auf den nächsten Freier warten.

 

Aber: Es wird sicherlich nicht nur Schlechtes aus der neuen Zeit zu vermelden geben. So schätze ich mal, dass ein gewisser Bergdoktor jeden Donnerstag mindestens ein Leben retten wird - dank hochentwickelter Streamingtechnik kann man sein Schaffen wahrscheinlich sogar online mitverfolgen -, eine gewisse Alexa spielt uns dann eine gute Auswahl an Jazznummern, das Navi im Auto signalisiert uns zu gegebener Zeit, wann wir unser Ziel erreicht haben, und im Bachinger Dorfkrug zapft ganz gewiss noch immer die gute, alte Traudl ein Weißbier nach dem anderen für ihre Stammgäste.

 

Soweit nichts Neues. 

Relativ neu hingegen ist diese Unterseite, auf der ihr gerade herumscrollt. Auf bayrisch habe ich sie "Bäckstage" genannt. Sie hätte auch "Obacht" heißen können, was auf Deutsch so viel bedeutet wie "Spoiler". Spoiler - den Begriff kenne ich als gerade erst 18-Jähriger nur als Heckspoiler von Macho-Dääns Angeberkarre. Im nächsten Jahrtausend würde man das Schlagwort eher verbinden mit: "Achtung! Wenn du jetzt weiterliest, erfährst du Inhalte, die dir mehr verraten, als du vielleicht wissen willst!"

 

Heißt im Umkehrschluss und auf das Buch bezogen: Wenn ihr jetzt weiterlest, erfahrt ihr Dinge über mich, Lukas, die Dorfclique und viele andere meiner Weggefährten, die euch eigentlich erst was angehen, wenn ihr das gesamte Buch gelesen habt. Also: Erst das Buch lesen, dann die Spoiler-Seite durchforsten. Hier habe ich euch Infomaterial zusammengestellt, wie eine kurze plus eine ausführliche Inhaltsangabe des Buches (mit erwähntem Ende!), Details über (nahezu) alle Beteiligten, einen bisherigen Lebenslauf von mir, den tragischen Abend am Baggerweiher aus Sicht von Chipsletten-Toni, und ihr erfahrt, ob Traudl noch immer den Dorfkrug schmeißt - also, das Wirtshaus, nicht den wortwörtlichen Dorfkrug! - und wie es Franzi mit ihrem spanischen Freund Rico im Münchner Glockenbachviertel geht. Tut´s euch also selber den Gefallen und stöbert´s hier nur rum, wenn ihr den Roman bis zum letzten Wort gelesen habt. Das lautete wie? Richtig: "stand".


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Lebenslauf
Schwupsdiwups, da ist er: mein Lebenslauf. Hier könnt ihr nachschauen, wo ich wohne, wann ich wo zur Schule gegangen bin, wann ich meine Event-Agentur gegründet habe, unter welcher Email-Adresse ihr mich erreicht und, und, und...
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Am Baggerweiher - aus der Sicht von Chipsletten-Toni

 

Leut´, ich sag´s euch. Das ist so mörderfrittengeil hier oben im bajuwarischen Himmel. Ich bin ja schon fast dankbar, dass ich besoffen ersoffen bin. Es gibt hier oben Bierzeltwolken mit Brezenständen, Brathendl-Wolken mit Ausschank, eine große Biergartenwolke, auf der das flüssige Brot nicht in Maßkrügen, sondern in 1,5-Liter-Bechern ausgeschenkt wird. Bechern? Bechern! Denn der Heilige Augustiner - der bayrische Gott des Bieres - achtet hier im Firmament gehörig auf die Umwelt. Stellt´s euch vor, der erhebt sogar Pfand auf die Dinger! Wer die Becher nach dem Bechern nicht zurück zur Thekenwolke bringt, muss die Klowolke putzen. Pfui Deife!

 

Aber ein bisserl leid tut´s mir ja schon um meine Eltern, meinen Bruder und am meisten blutet mein Herz, wenn ich an die Dorfclique denke. Mei, das war schon schön, die gemeinsamen Abende, die wir so verbracht haben. Ha, wisst´s ihr noch, wie ich den Mr. DJ gemacht hab auf der Geburtstagsfeier vom Tim und vom Lukas? Und wie ich dann mit voller Wucht gegen das Planschbecken geprallt bin und Lukas vollends unter Wasser gesetzt hab?! Oder könnt´s euch noch an die Fußball-WM im Bachinger Olympiastadion erinnern? Da haben Tim und ich den Titel nach Hause geholt. Wahnsinn, was das für ein Spiel war und wie uns Traudl danach mit einer Runde Kleiner Feigling belohnte, die aufs Haus ging! War des eine Gaudi, ich sag´s euch!

Und wenn ich so drüber nachdenke, fällt mir ein und auf, dass ich damals noch keinen blassen Schimmer hatte, dass Tim und Lukas zusammen waren. Schade, dass sie sich dann viele Jahre später getrennt haben. Aber: Ich kenne den Amor recht gut. Der hockt nur vier Wolken weiter - also, auf seiner Wolke sieben - und der zischt auch mal ganz gerne den ein oder andere 1,5er, wie wir zu den 1,5-Literbechern sagen. Wie ihr ja am Ende des Buches sicher gelesen habt, ist Amor im Einsatz. Ob er allerdings allein zurechtkommt und Tim und Lukas wieder zusammenführen kann oder ob er zusätzlich noch mit Liebesgöttin Venus skypen muss, damit sie zu Hilfe eilt - abwarten. Vielleicht bringt ja auch alles nix und die zwei finden liebestechnisch gar nimmer z´samm. Gönnen würde ich es ihnen aber.

 

Und ich hätte es ihnen auch damals schon gegönnt. Damals, 1992, als wir auf dem Bachinger Schützenfest das Zelt abgerissen haben. Also, im übertragenden Sinn. Das war eine so bombastische Stimmung - saugeil, um es klar auf den Punkt zu bringen. Selbst hier oben spricht man noch heute davon, wie unsere Dorfclique das "zicke-zacke-zicke-zacke-hey-hey-hey" angestimmt hat. Und, könnt´s ihr euch auch noch an das menschliche Biertaxi erinnern, das meinen Namen hatte? Toni. Also, Toni 2, der Kellner. Der Kellner, der uns nach dem grande Finale kein Bier mitgeben wollte. Aber ganz ehrlich: Des war mir wurscht-egal. Denn zusammen mit dem Joker und dem Heinzi hab ich ja den ultimativen Hopfen-und-Malz-Plan ausgeheckt. Die zwei haben mir nämlich gesteckt, dass sie im Weiher einen ganzen Kasten Helles unter Wasser gesetzt hatten. Also lag natürlich nix näher, als zum Weiher zu stapfen und den Kasten zu killen. Und das, obwohl wir eh schon ganz gut getankt hatten - zuerst auf der Geburtstagsparty bei Tim daheim und danach logischerweise im Bierzelt auf dem Schützenfest.

 

Und da waren wir dann alle angekommen, auf der Seeterrasse - wie wir den Holzsteg nannten, der vom Ufer übers Wasser führte. Ich kann mich noch genau an die Nacht erinnern, es war kurz vor Vollmond. Die Nacht war fast sternenklar und die weiße Kugel spiegelte sich im Wasser. Ich weiß auch noch, wie der Prolet unserer Clique - Dään - die liebe Anne schräg von der Seite angemacht hatte. Aber so kannten wir ihn, so liebten wir ihn, unseren Macho-Dään. Außerdem wusste ich die flirty Situation ganz gut zu umgehen, indem ich erst mal aus meinem Sprücheklopfernähkästchen plauderte und den Schlachtruf "Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen" beisteuerte. Es war echt eine lustige Runde und wir hatten - wie eigentlich immer - den Spaß unseres Lebens. Und während Dään immer schlüpfriger wurde und Anne irgendwie immer spitzer, wurden Tim, Lukas, Alex, Heinzi, Joker und ich immer lustiger, dem Alkohol sei Dank. Witzig war auch, als Joker vom schwulen Paar aus München erzählte und sich Tim und Lukas auffällig unauffällig für diese Thematik zu interessieren begannen. Ich war zwar schon echt ganz gut bedudelt, aber das hab ich dann doch noch ganz gut realisiert, dass Tim und Lukas ihre Lauscher auf Empfang gestellt hatten. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt nie und nimmer gedacht hätte, dass zwischen den beiden was laufen könnte. Des war für mich völlig fremd und daran hab ich keinen einzigen Gedanken verschwendet. Zu unschwul waren die zwei halt auch, zu sehr heterolike. Als Joker und Heinzi dann demonstrierten, wie so ein schwuler Sex abläuft, war für mich das Ganze eh nur noch Klamauk. Außerdem folgte danach prompt die Ablenkung, weil Heinzi halbnackert ins Wasser jumpte. Und Joker und ich hinterher.

 

Mit einem Schlag fühlte ich mich stocknüchtern. Es war der Zeitpunkt, an dem ich im Wasser gelandet bin und mich der kühle See doch für einen kurzen Moment frieren ließ - obwohl es eine laue Sommernacht war. Aber spätestens, als ich die nächste Halbe in der Hand hatte und wir drei mit dem Baumstamm im Wasser umhertrieben, war ich wieder zurück auf Planet Promille. Auch die nächste Halbe war schon bald angesagt, die ich am Ende des schwimmenden Baumstamms entkronkorkte. Wisst´s ihr noch, der Heinzi, der Depp... Dem ist seine Flasche aus der Hand ins Wasser gefallen. Aber halb so wild, gab es halt ein neues Helles. Ein paar Minuten später - als wir uns bis ans gegenüberliegende Ufer geschwommstrampelt hatten - robbten wir aus dem Wasser. Heinzi setzte sich auf einen alten Traktorreifen, den wohl der Zankl-Bauer da abgelegt hatte - sein Grundstück lag nur wenige Meter entfernt -, der Joker pflanzte seinen Allerwertesten auf einen großen Stein und ich setzte mich auf den Boden und lehnte mich an einen rostigen Grill, den irgendwelche Dorflustigen anscheinend hier "vergessen" hatten. Wir quatschten. Über dies, über das, über Gott und die Welt, über alles und irgendwie über nichts. Ich weiß tatsächlich nicht mehr, worüber wir so geredet haben in dieser Dreierkonstellation - zu voll waren wir wohl alle. Ich hatte zwar keinen Filmriss, war aber schätzungsweise kurz davor. Ich weiß nur noch eins, dass es verdammt schweinegeil-lustig war.

 

Wenn ich die Zahnräder meiner grauen Zellen gerade mal versuche zu reaktivieren, kommt noch die Erinnerung, dass ich ganz dringend mal auf den Topf musste. Ich hatte also für einen kurzen Moment eine sehr intime Beziehung mit einem Baum und wollte im Anschluss daran wieder zurück zu Joker und Heinzi. Doch die waren wie vom Erdboden verschluckt und so fand ich nur ein menschenleeres Ufer vor. Ich versuchte, die beiden zu finden, wollte jetzt aber nicht wie ein geistesgestörter Irrer durch die tiefe Nacht brüllen. Ich hab dann auch echt zunehmend gemerkt, wie der Alkohol seine Wirkung entfaltete. Das Bier scheint im Wasser so zu wirken wie im Flugzeug: stärker. Und ganz ehrlich, ich weiß nicht mehr, wie viele Halbe ich intus hatte, über den ganzen Abend verteilt. Aber es könnte schon eine zweistellige Anzahl gewesen sein, wenngleich auch nur im unteren Bereich angesiedelt. Obwohl ich einem Blackout verdammt nahe war, hatte ich versucht, mich zusammenzureißen. Spontan schoss es mir durch den Kopf, dass Joker und Heinzi mich wahrscheinlich doch nur verarschen wollten, indem sie sich irgendwo versteckten und mir auflauerten. Wo auch immer. Aber nicht mit mir! Nicht mit Chipsletten-Toni! Ich - tollkühn und wagemutig wie ich nun einmal war - bin dann kurzerhand auf die Idee gekommen, mich durchs Gestrüpp zu kämpfen, um die zwei aus ihrer Versenkung zu locken. Erklärtes Ziel war die Seeterrasse. Denn sollten mir Joker und Heinzi nicht auf dem Weg in die Hände laufen, so würde ich mich wenigstens an Tim, Lukas & Co. heranpirschen können und ihnen einen gehörigen Schrecken einjagen, indem ich aus dem Busch hüpfe. Doch aufmerksame Leser wissen, dass nicht ich es war, der lauthals "Party!" geplerrt hat, sondern dass es Joker und Heinzi der restlichen Sauftruppe entgegenriefen. Davon bekam ich allerdings nichts mit, zu sehr hatte ich mich im Busch verirrt. Es war dunkel, trotz des hell scheinenden Mondes. Und das Geäst, die Sträucher und Bäume erschwerten es mir, die Orientierung zu behalten. Klar, unter nüchternen Voraussetzungen und bei Tageslicht hätte ich wohl jeden Ast mit Vornamen ansprechen können, aber damals, in diesem Gemüts- und Bewusstseinszustand? Niemals. Es verging eine gefühlte Ewigkeit, in der ich eifrig weiter durch den Bachinger Dschungel kroch - ehe mich ein Baumstamm zu Fall brachte, der mir dreisterweise den Weg abschnitt. Die Sau! Ich ging zu Boden, schlug mir meinen linken Ellenbogen und das rechte Knie auf und wollte Luft holen, was mir nahezu unmöglich erschien. Ich verschluckte mich an irgendetwas. Irgendetwas hatte ich im Hals. Es war wohl Moos oder Gras, dessen Bekanntschaft ich anscheinend nach dem Fall gemacht hatte. Ein verzweifelter Hilferuf an meine Freunde: unmöglich. Das Zeug krallte sich in meinem Rachen fest und ermöglichte mir gerade noch das schwerfällige Atmen beziehungsweise Husten. Als ich versuchte, aufzustehen - dies gelang mir mehr schlecht als recht -, schaffte ich nur fünf, sechs Meter, ehe mich der kleine Bachlauf niederstreckte. Zudem schlug ich mit meinem Hinterkopf noch auf einem Stein auf, der mir nahezu das Bewusstsein raubte.

 

Da lag ich nun, völlig reglos, wie ein Marienkäfer auf dem Rücken - nur, dass ich auf dem Bauch lag und merkte, wie mir das Blut den Nacken entlanglief. Ich hatte so starke Kopfschmerzen, dass ich nicht mehr wusste: Kamen sie von der unsanften Begegnung mit dem Stein oder vom halben Kasten Bier, den ich mindestens vertilgt hatte?!

Innerlich hoffte ich auf die Dorfclique. Die wird mich schon suchen, finden und retten. Also versuchte ich mich zu entspannen und verharrte der Dinge, die da aber nicht kamen. Vorerst nicht. Ich glaube, ich bin tatsächlich eingenickt und nur durch die lauten "Toni? Toni?? Toni???"-Rufe aufgewacht, die ich aus weiter Entfernung hörte. Weit deshalb, weil ich wahrnahm, dass die Rufe sehr laut, aber zugleich auch sehr weit weg und somit sehr leise waren. Ich hatte somit keine Chance, dass meine "Hier!"-Rufe irgendjemand hörte - zu leise waren sie einfach. Zu geschwächt war ich. Kurz darauf: schwarzer Monitor in meinem Kopf. Ich war wie weggetreten. Nein, ich war weggetreten! Ein Eichhörnchen, das über einen Baum huschte und ein scheinbar kastanienähnliches Wurfgeschoss lostrat, das direkt auf die Wunde meines Hinterkopfes knallte, während ich versuchte, mich hochzubeugen, gab mir den Rest. Ich war bewusstlos. Mit dem Kopf im Wasser. Den Rest, den könnt ihr euch ja denken.

 

Bevor ihr jetzt alle in tiefe Trauer stürzt, wie der Spatz auf dem Holzkreuz, der auf meiner Beerdigung "Servus, Toni. Mach´s gut" zwitscherte, sei gesagt: Mir geht´s gut hier oben, Leut´. Richtet´s das bitte Tim, Lukas und dem Rest der Dorfclique aus. Wir sehen uns. Ich muss jetzt weiter. Der Amor wollte gleich einen 1,5er mit mir heben. Und Himmelsköchin Gourmetia serviert dazu einen göttlichen Schweinsbraten mit Semmelknödel. Also, servus. Euer Toni.


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Offizielle Pressemitteilung
Hier erfahrt ihr alles über den Inhalt. Kein Spoiler! Sondern nur eine Inhaltsangabe in Kurz- und XL-Version.
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Was macht eigentlich Dorfwirtin Traudl heute so?

 

Wie heißt es doch so schön: Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Und unsere Wirtin Traudl müssen wahrscheinlich vier Mannen in der rechteckigen Holzkiste aus dem Dorfkrug tragen. Bevor sie nicht das Zeitliche gesegnet hat, wird sie ihre Wirtsstube nicht verlassen. Nachvollziehbar, es ist ja auch ihr Baby. Und ihr einziges Baby. Denn Kinder hat Traudl keine. Einen Mann übrigens auch nicht. Es gab zwar einmal die wildesten Gerüchte, die zölibate Traudl hätte ein Techtelmechtel mit dem Baumgartner-Bäcker gehabt - doch es war, ist und bleibt ein Gerücht. Ich kenne die Geschichte auch nur vom Hörensagen, da es vor meiner Zeit war, irgendwann in den 70ern.

 

Als meine Dorfclique und ich biertechnisch gesehen Hochkonjunktur hatten, der Dorfkrug unser zweites Zuhause war und wir fast täglich dort gekickert und gedartet haben, war die gute Traudl 57 Jahre alt. Man schrieb das Jahr 1992. Es war das Jahr, in dem Lukas auch "T92L" ins rechte Tischbein unseres Stammtisches ritzte. Es war das Jahr, in dem Lukas und ich unseren 16. Geburtstag feierten. Und es war leider auch das Jahr, in dem wir Chipsletten-Toni das letzte Geleit erweisen mussten.

 

Zwei Jahre später feierte Traudl ihr 40-jähriges Zapfenjubiläum - mit 40 Litern Freibier für die Stammgäste. 40 Jahre, 40 Liter. Als wir mehr als anderthalb Jahrzehnte später unser Ehemaligentreffen hatten, stand Traudl noch immer hinter der Theke, schank Bier, Schnaps und Likör aus und unterhielt ihre Stammgäste. Es gab ja auch nur Stammgäste. Fremde verirrten sich so gut wie nie in den Dorfkrug, schließlich war Baching kein Tourismusmagnet wie die Zugspitze, sondern für Freizeit- und Reisewillige eher ein unsichtbarer Punkt auf der Landkarte. Es gab kaum Durchfahrtverkehr. Kein Wunder also, dass - hatte sich tatsächlich mal der ein oder andere Exiler ins Dorfwirtshaus verirrt - dieser von Kopf bis Fuß beäugt und mit misstrauischen Blicken gestraft wurde, als wäre gerade der auferstandene Elvis Presley in der Bachinger Dorfkneipe aufgetaucht, der fragt, ob die Kegelbahn im Keller noch für ihn und die Marilyn Monroe frei ist.

 

Als meine Geschichte veröffentlicht wurde, hat Traudl was gemacht? Richtig: gezapft. Auch heute steht die mittlerweile über 80-Jährige noch immer hinter dem Tresen. Allerdings - so ließ ich mir erzählen - hat sie seit fünf, sechs Jahren eine Küchenhilfe. Und die leistet, wie der Name schon sagt, Hilfe in der Küche. Und zwar nur in der Küche! Die Zapfanlage ist noch immer Traudls Heiligtum. Von hier aus hat sie den großen Gastraum gänzlich im Blick und kann mit ihren Stammgästen über den neuesten Klatsch und Tratsch im Dorf plaudern. Auch die Zubereitung des legendären Schweinebratens mit Semmelknödel obliegt der Wirtshaus-Chefin. Lediglich bei den Beilagen darf die - früher hätte man Küchenmagd gesagt, heute sagt man Sous-Chef -, also die Küchenhilfe, helfen. Gänzlich abgegeben hat Traudl den Spüldienst. Übrigens: Palmolive kommt im Dorfkrug heute nicht mehr zu Einsatz. Traudl schwört seit Jahren auf "Willst du viel, spül mit..." - genau.

 

Und ich muss schon sagen: Fit ist Traudl irgendwie immer noch. Das Betreiben eines solchen Stammtischlokals hält halt nicht nur auf Trab, sondern Körper, Geist und Seele in Schach. Es kommen schließlich so einige hundert Meter oder gar Kilometer am Tag zusammen, wenn Traudl die alkoholhaltigen Gerstensäfte und die kalorienreiche Hausmannskost an die Tische bringt. Wobei: Ab und zu kommt es heute dann doch schon mal vor, dass sie aus der Küche kommt, den Schweinebratenteller auf den Tresen stellt und mit lautem Zuruf signalisiert "Geh, Sepp! Schau her, dein Schweinsbraten ist fertig!", dass sich dieserjene Sepp sein Essen abholen könne - während Traudl ihm das nächste Helle zapft.

 

Aber nicht nur die stete Bewegung sorgt bei Traudl dafür, dass sie a) kein Gramm zu viel auf den Rippen hat und b) noch immer flink wie ein Wiesel ist - okay: noch immer gut zu Fuß ist -, auch das ein oder andere Schnapserl zwischendurch, das Traudl zwitschert, hält den Seelenhaushalt im Gleichgewicht. Drei, vier Klare am Tag sorgen dafür, dass Traudls Stimmungsbarometer im grünen Bereich bleibt. Und wenn der Altherrenstammtisch - zu dem mittlerweile auch Lukas´ Vater, mein Papa und der Rest der männlichen Tennistruppe zählen - mal wieder die dicken Bäuche stärkt, dann stellt die liebe Traudl schon mal ein ganzes Flascherl Obstler hin und gesellt sich dazu. Getreu der Devise "So jung kemma nimma z´samm!".


Das erste Wow

 

Salve, ich bin´s, der Lukas. Falls ihr euch jetzt fragt "Hö? Warum schreibst du denn, Lukas?" - hier die Antwort: Der Tim hat mich gebeten, diesen Teil zu übernehmen, weil er ihn schon so oft erzählt hat und weil er gerade am Kapitel "Was macht eigentlich Traudl heute so?" sitzt.

 

Heiliger Bimbam, was war das für eine Geburtstagsfeier, damals, 1987, vor sieben Jahren, bei der Krimhild auf dem Kirchbichlerhof?! Die dickbäuchigen Herren der Runde haben Runde für Runde ihren Promillepegel in Richtung Höchststand getrieben, während das dauergewellte oder hochtoupierte Weibsvolk in seinen Blazern mit Schulterpolstern über Thromobestrümpfe, Zipperlein im Rücken und Wehwehchen im Bereich der Hüfte fachsimpelte. Und wir? Wir Jungen? Wir mussten da durch. Gut, Tim und ich versuchten, das Beste aus dieser Situation zu machen - was weiß Gott keine leichte Aufgabe war. Ich erinnere euch nur zaghaft an den personifizierten, geilen Bock: den Wanninger Hubert. Wie er mit seinen Sexgeschichtchen prahlte, vom unvergesslichen Stich mit der scharfen und ungezügelten Bernadette schwärmte, und dass angeblich schon früher über ihn erzählt wurde, er sei der Porsche unter den Playboys, der Rolls-Royce unter den Lebemännern und der Ferrari der hemmungslosen Passion. Und dann, dann war da noch der alte Heinzinger, der seinen Namen rülpste und der Geburtstagsfeier endgültig den Stempel "verkorkst" aufdrückte. Längst war sie reif, die Zeit, für Tim und mich, uns abzuseilen. Wir gingen rauf ins Zimmer, das wir uns für diese eine Nacht teilten. Ein Zimmer, zwei Betten. Diese waren nur durch einen massiven Holznachttisch voneinander getrennt, auf dem ein großer, grüner Wecker steht, dessen Sekundenzeiger hörbar laut vor sich hin tickte.

Müde waren Tim und ich noch nicht. Zu hibbelig, aufgedreht und aufgekratzt waren wir von der Greisenparty, die ein Stockwerk weiter unten zu dieser Zeit sicher noch ausuferndere Ausmaße angenommen hatte.

 

Da waren wir jetzt also, im Gästezimmer, in unserem gemeinsamen Nachtlager. Tim kramte im riesigen, fast schon kolossartigen Kleiderschrank aus Eichenholz nach seinem Schlafanzug. Fehlanzeige, klaro! Der Schlafanzug lag natürlich unter seiner Bettdecke, schließlich waren er und seine Familie bereits gestern angereist und hatten hier schon eine Nacht genächtigt. Nachdem er genau das realisiert hatte, ging er zu seinem Bett, nahm den Schlafanzug, sagte augenrollend etwas in der Art wie "Mr. Superhirn hat ihn dann doch noch gefunden..." zu mir, wedelte mit dem Schlafanzug vor meiner Nase herum und ging ins Bad. Währenddessen warf ich meinen Rucksack aufs Bett, öffnete ihn und zog Schlafanzug und Zahnputzzeug hervor. Und dann, dann fiel mir auf, dass ich wohl eher den Titel Mr. Superhirn innehaben hätte sollen. Denn ich Schlaumeier hatte keinen kurzen Sommer-Schlafanzug eingepackt, sondern einen mit langen Armen und Beinen, wie ich ihn eigentlich nur im Winter anziehe. Ich klatschte mir kurz mit der rechten Handfläche auf die Stirn, ärgerte mich und war zumindest ansatzweise erleichtert, dass ich immerhin das Kartenspiel Autoquartett in den Rucksack eingesteckt hatte.

Kurz darauf kam Tim aus dem Bad - aha, er hatte an den kurzen Schlafanzug gedacht! Schlagabtasch. Ich ging - nur mit Schlafanzughose und Kulturbeutel in der Hand - ins Bad, machte eine Katzenwäsche, ging noch kurz aufs Klo und dann zurück ins Schlafzimmer, wo Tim bereits auf dem Bett lag und einen Tennisball gegen die Wand warf, ihn auffing, um ihn dann erneut an die Wand zu werfen. Ich betrat den Raum in Hose und T-Shirt, zog das Shirt aus, um es gegen das Schlafanzugoberteil zu tauschen. Und als ich so ins Zimmer kam, bemerkte ich Tims Blick. Irgendwie verharrte er an meinem Oberkörper. Er sah ihn an, wie jemand, der acht Wochen eine Nulldiät gemacht hat und endlich in den XL-Hamburger mit Pommes, Ketchup und Mayo beißen darf, den ihm ein Kellner gerade auf dem Silbertrablett serviert. Ich raffte das Ganze nicht, blickte an meinem Oberkörper herab und guckte, ob irgendwo eine Spinne krabbelte oder ein Fussel irgendwo hing. Nichts. Weder noch. Dann sah ich, wie Tim seinen Blick abwandte, zum Tennisball griff und diesen wieder an die Wand warf.

 

"Was war das denn?", wollte ich wissen.

"Hä?" Gegenfrage von Tim.

"Na, warum hast du mich so komisch angeschaut?"

"Ach, ich wollte nur mal gucken, wie fett du bist", lachte Tim und war sichtlich froh, dass ihm so eine Antwort auf die Schnelle eingefallen war.

"Ja, ich bin voll dick. Ich seh schon fast aus wie die alte Berta, die leberbefleckte Schrumpelkuh, die unten auf Krimhilds Geburtstag wahrscheinlich gerade in ein Stück Käse isst, wie andere einen Apfel."

Wir mussten beide lachen.

Ich für meinen Teil ging zum Bett, nahm das Schlafanzugoberteil, zog es an und krempelte die Ärmel nach oben. Gänzlich ohne Shirt schlafen wollte ich nicht, da ich nachts ganz gerne mal unabsichtlich die Bettdecke wegstrample. Ich kuschelte mich ins Bett, deckte mich aber nur halb zu, weil es einfach zu warm war im Zimmer - trotz gekipptem Fenster.

"Und überhaupt, du bist auch nicht dünn! Schau dich mal selber an!", äffte ich zu Tim. Er klappte die Bettdecke zurück, stand auf, stellte sich vor mein Bett, zog sein Shirt nach oben und streckte mir mit den Worten "Ja, ich seh aus wie ein Schweinderl vom Zankl-Bauern" seinen Bauch entgegen. Ich tätschelte ihn und sagte "Schlachtreif!". Tim lachte, drehte sich um und ging zurück in sein Bett, nahm den Tennisball, den er erst an die Wand warf, auffing und dann zu mir warf.

 

Was uns just in diesem Moment durch den Kopf schoss, als ich oben ohne vor Tim stand? Nichts, was auch nur im Ansatz in Richtung Sex gedeutet hätte. Zumindest zu jenem Zeitpunkt. Als Tim und ich uns ein paar Jahre später an die Situation zurückerinnerten und darüber redeten, waren wir uns einig, dass wir es damals schon geahnt haben. Also, nicht, dass wir mal ein Paar werden würden, aber dass in uns das Gefühl bereits schlummerte, auf Jungs zu stehen. Aber damals, 1987, waren wir davon gedanklich so weit weg wie die meisten RTL-2-Zuschauer von einem Uni-Abschluss.

 

Ich fing den Ball auf, legte ihn neben mich auf die Bettdecke, griff zum Autoquartett und verteilte die Karten.


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Das Werk. Ist. Vollbracht. Hier gibt´s das Buchcover zum Daunlood.
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Meine Schwester Franzi und ihr Rico

 

Diejenigen von euch, die - wie ich - in den 70ern geboren sind und die 80er und 90er intensiv er- und durchlebt haben, denen sagen die Begriffe "Villarriba" und "Villabajo" ganz sicher etwas. Der erste Gedanke geht ganz gewiss an das Spülmittel Fairy Ultra, das mit diesen zwei Dörfern geworben hat. Der zweite Gedanke geht vielleicht nach Spanien, wo der Clip spielt.

 

In Spanien gespielt hat auch Rico, der Freund meiner Schwester Franzi. Wenngleich er auch nicht in Villarriba oder Villabajo mit seinen Amigos die Freizeit verbracht hat - die Orte sind natürlich fiktiv -, sondern in Barcelona. Hier ist er geboren, der Rico Perez, in dem meine Schwester die nächste Liebe ihres Lebens fand. Die hoffentlich große. Denn mit Andi, dem Jungen mit dem roten Cabrio, hat es bekanntermaßen ja nicht lange gehalten. Was jedoch nicht an meiner Schwester lag, sondern an Andi. Er ließ sein Leben auf der Landstraße, zwischen Rosenheim und Bad Tölz. Eine zu enge Kurve oder die zu hohe Geschwindigkeit - oder eine Mixtur aus beidem - wurden ihm im leider Gottes im alkoholisierten Zustand zum Verhängnis. Schade, Andi. Du warst echt ein cooler Kumpeltyp und hast auch wirklich gut zu meiner Schwester gepasst. Jahre später allerdings - es muss so im Jahre 2005 gewesen sein - sollte Franzi noch einmal Glück haben und einen lieben, netten, witzigen und lockeren Mann kennenlernen. Rico eben.

 

Es geschah in Barcelona, als Franzi der Weg als studierte Sozialpädagogin in die südlichen Gefilde Europas führte. Sie war auf Expansionskurs. Also, nicht sie persönlich! Franzi war seit jeher rank und schlank, und das sollte sich auch nicht ändern. Nein, Franzi war mit ihrem Kinder- und Jungendhilfsbund "Monchichi" auf Expansionskurs. Den hatte sie kurz nach dem Studium in München gegründet.

Franzi wollte schon immer mal weg von "dahoam", raus aus dem bajuawarischen Schrebergarten, raus in die große, weite Welt. Und da war sie dann angekommen, in Barcelona. Warum Barcelona? Weil Franzi schon immer die Sonne liebte, die spanische Sprache mochte - sie nahm in ihrer Freizeit Spanisch-Unterricht -, die spanische Küche mit ihren Tapas und Paellas bevorzugte und das Offenherzige / die Mentalität der Südländer einfach toll fand. Deshalb Barcelona.

Um ihr Monchichi-Projekt in Spanien voranzutreiben, klapperte sie eine Vielzahl von Kinder- und Jugendheimen, Waisenhäusern und sozialen Einrichtungen ab. Unter anderem verschlug es sie an den Stadtrand von Barcelona, wo ein Kinderheim angesiedelt war, das eine wohlhabende Adelsfamilie betrieb. Die Blaublüter waren von Beginn an hellauf begeistert von Franzi und ihrem ambitionierten Engagement. Die Familie investierte eine nicht unherbliche Summe in Monchichi und stellte meiner Schwester einen Berater zur Seite, der seit vielen Jahren ehrenamtlich im Kinderheim ein- und ausging. Richtig: Rico.

Franzi und Rico verstanden sich auf Anhieb, zogen beruflich am gleichen Strang und kamen sich im Laufe der Zeit auch privat näher. Eigentlich war Franzi stets ein Verfechter von "never fuck the Company", doch was willst du machen, wenn dir dein Herz signalisiert, dass gerade Mr. Right vor dir steht?! Kenne ich ja, Stichwort Lukas.

 

Aber zurück zu Franzi.

Das Jahr ging schneller zu Ende, als Franzi und Rico "vamos" sagen konnten. Die Zeit, die Zelte in Spanien wieder abzubrechen, waren gekommen. Denn von Anfang an stand fest, dass Franzi nicht auf Dauer in Barcelona leben würde, schließlich hatte sie eine kleine, schnuckelige Wohnung in München-Schwabing. Gut, die hätte sie kündigen können. Aber auch beruflich war Franzi mit ihrem Monchichi-Projekt fest in Deutschland verwurzelt. Da jedoch auch Rico nicht einfach "adios" zu seiner Heimat sagen konnte - er war als Forensiker fest bei der Universidad de Barcelona - angestellt, entschied sich das Liebespärchen für eine Fernbeziehung. Weiterhin sprach zu dieser Zeit gegen einen spontanen Wegzug aus Spanien, dass Rico kein Wort Deutsch konnte. Geschweige denn Bayrisch!

 

Die nächsten fünf Jahre liefen beziehungstechnisch tatsächlich so ab, dass Franzi alle acht bis zehn Wochen nach Barcelona flog, und Rico im Gegenzug genauso oft nach München. Und peu-a-peu lernte Rico dann auch unsere heimische Sprache. Er besuchte Sprachschulen, traf sich mit Spaniern, die in München lebten und sah sich "Die Sendung mit der Maus" an, da bei diesem Kinderformat ja möglichst einfache Worte benutzt wurden.

Irgendwann - es war Ende 2010, kurz vor unserem Ehemaligentreffen im Dorfkrug - kam bei Franzi und Rico die Frage auf: wohin? Nach Spanien oder nach Bayern? Die Antwort: nach Bayern. Denn Rico liebte die grüne Landschaft, das lustige Völkchen, das dörfliche-spießige Idyll und vor allem das Essen. Wenn ich jetzt gerade so darüber nachdenke... Ja, so drei bis vier Kilo hat er schon zugenommen, der Rico. Unter anderem Dank des Schweinebratens à la Traudl.

Die letzten Wochen des Jahres 2010 verbrachte Rico vor allem damit, sich einen Job als Forensiker zu suchen - während Franzi damit beschäftigt war, die perfekte Behausung aufzuspüren. Und wer schon einmal in München eine Wohnung gesucht hat, der weiß, wie schwer das ist. Durch gute Connections allerdings fanden Franzi und Rico das perfekte Liebesnest. Immobilien-Investor Otto Bastian war halt einfach gut vernetzt.

 

Und jetzt ist es so weit ist. Noch bevor das Christkind auf der Bachinger Matte steht, wollen Franzi und Rico die restlichen Sachen aus Franzis Kinderzimmer holen und in die gemeinsame Wohnung im Münchner Glockenbachviertel bringen. Den Mietvertrag hierfür hatten sie vor wenigen Wochen unterschrieben. Und Silvester feiern - das wollten die zwei unbedingt in ihrem ersten, gemeinsamen Zuhause.

Ein gemeinsamer Urlaub - der war zum Zeitpunkt des Ehemaligentreffens übrigens auch schon geplant: Ein Urlaub in Tarragona, 100 Kilometer südwestlich von Barcelona, in der Sommerresidenz von Ricos Eltern. Ein gemeinsamer Urlaub. Franzi und Rico. Ich und ... Lukas.