über´s Buch

Sodala... Es soll ja immer noch ein paar Leut´ geben, die meine Geschichte nicht kennen. All denjenigen sei gesagt: Ihr habt´s was verpasst! Aber ich will mal nicht nachtragend sein. Auf dieser Seite könnt ihr euch informieren, worum es in der Coming-of-Age-Story geht. Ich hab euch einen kleinen - wie man auf Deutsch sagt - Appetizer zusammengetippt. Und für alle, die es ein bisserl ausführlicher wissen wollen: Direkt im Anschluss, weiter unten, gibt´s eine etwas längere Handlungsübersicht. Freilich, das Ende wird nicht verraten. Das ist ja wohl so klar wie Kloßbrühe. 

Hier der ShortCut:

 

In den 80er Jahren hat nicht nur Helmut Kohl Hochkonjunktur - auch Tim Gerlacker! Der genießt seine Kindheit im Zeitalter von VHS-Rekorder, D-Mark, Fernsehansagerin und ZDF-Wunschfilm, und verbringt mit seinem besten Freund Lukas jede freie Minute im tiefen Bayern - in einem Jahrzehnt, in dem es noch postierte Grenzhäuschen und dicke ADAC-Auto-Atlanten gibt, aber weder Zentralverriegelung noch Servolenkung Standard sind. Und Schiebedach erst recht nicht! Welch "Freude", bei 34 Grad im Schatten auf dem Weg nach Österreich im Stau zu stehen... Und dann wird man auf der dortigen Geburtstagsfeier auch noch mit "Ui, du bist ja groß geworden" begrüßt! Aber alles halb so wild, wenn der beste Freund mit von der Party ist.

 

Alles Friede, Freude, Eierkuchen also - bis zu jenem Zeitpunkt, als Tim und Lukas Anfang der 90er Jahre feststellen, dass sie mehr als nur Freunde sind. Durch die Bravo, das Sexheftchen Schlüssselloch und den Quelle-Katalog entdecken sie ihre sexuelle Neigung und gegenseitige Zuneigung. In einer rasanten Achterbahnfahrt der Gefühle erleben die Teenager die Höhen und Tiefen einer heimlich geführten, homosexuellen Beziehung. "Zusammenreißen" lautet die Devise! Und sich auf dem Schützenfest im Dorf oder mit Freunden am Baggerweiher bloß nicht anmerken lassen, dass man ein Paar ist! Immer und immer wieder planen Tim und Lukas ihr Coming-out - bis sie schließlich all ihren Mut zusammennehmen und bei den Eltern, der trinkfesten Dorfclique und den Schulkameraden die Hosen runterlassen. Mit allen Konsequenzen. 

 


 Ihr wollt wissen, wie die Leute so aufs Buch reagiert haben, die es bereits gelesen haben? "Null Problemo!", wie Lukas an der Stelle jetzt sagen würde. Ich hab mal meine Zettelwirtschaft sortiert und gebe euch einen kleinen Auszug aus der - äh - Fanpost...:  

"Eine wundervolle Zeitreise in meine Kindheit in den 80er Jahren." Annika, 39

 

"Das Buch hat mir echt Mut gemacht, mich zu outen. Ich bin so froh,

dass ich es gelesen habe. Endlich kann ich sein, wie ich bin." Benni, 17

 

"Genau diese Achterbahnfahrt der Gefühle habe ich auch mitgemacht, bevor ich als Junge

öffentlich dazu stand, auf Jungs zu stehen. Im Namen aller Schwulen und Lesben: Danke, Tim.

Danke, dass du die Sorgen, Ängste, Nöte, aber auch Freuden auf den Punkt gebracht

hast. Und danke für die geile Dorfclique!" Benedikt, 29  

 

"Ich habe das Buch meinen Eltern geschenkt. Sie haben es mit Freude gelesen und meine Partnerin mit offenen Armen empfangen." Lisa, 34  

 

"Wie gerne hätte ich meine Jugend in den 90ern verbracht. Echt schade,

dass ich VHS-Kassetten, 56k-Modem und Autos mit Schiebedach

nur aus Erzählungen meiner Eltern kenne. Aber

immerhin läuft die Schwarzwaldklinik mal ab

und zu als Wiederholung im TV."

Leon, 17

 

"Als ich das Buch gelesen habe, war ich sehr traurig. Traurig, weil ich ein Kind der Generation Facebook bin und nicht in dieser großartigen Zeit von Tim aufgewachsen bin." Marie, 20

 

"Die Mischung aus Komödie, Drama und Heimatfilm

hat mich absolut vom Hocker gehauen.

Ein Must-Read!"

Sven, 42

 

"Ich habe das Buch an einem einzigen Tag

regelrecht verschlungen. Es ist locker, leicht,

humorvoll und dennoch spannend geschrieben.

Ein Page-Turner, aber kein Krimi. Man will

nach jeder Seite unbedingt wissen,

wie es mit Tim und Lukas weitergeht.

Großartig."

Katharina, 35

 

"Ich habe mich mit der Thematik nie befasst - bis sich mein Neffe geoutet hat. Und nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich ihn noch besser verstehen. Tolle Lektüre, die aufklärt und gleichzeitig unterhält." Doris, 55

 

"Hach, das waren noch Zeiten... Da war David Hasselhoff noch ein Superstar, PC-Monitore waren so groß wie Bierkästen und in der Straßenbahn las man noch in der Zeitung statt im Smartphone. Kann irgendjemand das Rad nochmal zurückdrehen?" Werner, 47


So, ich bin´s wieder. Der Tim. Hier könnt ihr jetzt die XL-Version der Rahmenhandlung lesen.

 

Als Elfjähriger hat Tim mit Sex so viel am Hut wie der kastrierte Hund der vierköpfigen Familie, Grisu: nichts. Die Welt von Tim sind "Wetten, dass...?!" mit Frank Elstner, "Herzblatt" mit Rudi Carrell, ein gewisser Super Mario, ein Mann namens Michael Knight und dieser Mitschüler Lukas Schindler. Mit Tim und Lukas ist es wie mit der Musikkassette und dem Bleistift: Sie verbindet eine innige Freundschaft. Die zwei erleben die Dekade in all ihren Facetten, in der die Postleitzahlen noch vierstellig sind, Waschmaschinen mit Calgon länger leben und man an Preisausschreiben noch per Postkarte teilnimmt. Wie Tims Oma, die einen VHS-Rekorder gewinnt und mit dieser technischen Neuheit mal so gar nichts anfangen kann. Gut für Tim. Für den fallen Geburtstag und Weihnachten auf einen Tag, als das VHS-Gerät im Hause Gerlacker Einzug hält.

 

Eine ganz andere Art von Aufregung erfahren Tim und Lukas auf dem Geburtstag einer (im wahrsten Sinne) alten Bekannten ihrer Eltern. Die feiert ihren 70. Ehrentag in der österreichischen Bergidylle. Mit vielen promillehaltigen Getränken und illustren Gästen. Darunter der personifizierte geile Bock Hubert, der über nichts lieber spricht als seine Techtelmechtel. Kein Wunder, dass Tim und Lukas als gerade mal Elfjährige kein Wort verstehen und sich aufs Gästezimmer zurückziehen, das sie sich teilen, und in dem Tim zum ersten Mal ins Grübeln gerät, als er Lukas "oben ohne" aus dem Bad kommen sieht und denkt: Wow... Aber warum sich darüber Gedanken machen?! Schließlich kennen sich die Sechstklässler seit Stunde Null - seit ihre Mütter gemeinsam im Krankenhaus in den Wehen lagen.

 

Eine wirklich schwere Geburt steht Tim in den 90ern bevor: Er bemerkt, dass er sich immer weniger zu Mädchen hingezogen fühlt und immer mehr zu Jungs - zu Lukas. Ob Doktor Sommer wohl helfen kann? Schwierig, da die Bravo in den Zeiten von New Kids on the Block und Salt´n´Pepa in Bezug auf Homosexualität ein erzkonservatives Blatt ist. Und die eingeschworene Dorfclique? Auch nicht unbedingt ratsam, sich vor einem Macho oder einem stockheterosexuellen Schluckspecht zu outen. Zumal natürlich auch Lukas ein Teil dieser kickernden und dartenden Wirtshausgemeinschaft ist und noch nicht ahnt, dass Tim Schmetterlinge im Bauch hat. Ergo versucht der Realschüler auf Biegen und Brechen, seine Gefühle zu unterdrücken. Aus purer Angst und Verzweiflung, von Lukas abgelehnt und ausgelacht zu werden. Aber warum? Gab es doch etliche eindeutig zweideutige Situationen, die darauf schließen lassen, dass auch Lukas vom anderen Ufer ist - und Tim einfach nur rüberschwimmen müsste. Wie auf der Adventsfeier, als sich ihre Hände berührten, während sie Grisu graulten. Wie im Schulbus, als Tim plötzlich eine Hand in seinem Schritt spürte. Die von Lukas? Wie beim Tischtennisspielen, als die zwei über "das da unten" reden. Wie beim Weihnachtsplätzchenbacken, als Tim und Lukas intensive Blicke austauschen. Tim müsste einfach nur seinen inneren Schweinehund überwinden und sich Lukas anvertrauen. Leichter gesagt als getan. Umso verblüffter ist Tim von sich selbst, als er in einer völlig spontanen Aktion den Stier bei den Hörnern packt und Lukas knallhart mit seiner Sexualität und seinen Gefühlen konfrontiert. Und Lukas? Ein Resignieren. Ein Zögern. Ein Eingeständnis!

 

Es beginnt eine aufwühlende, emotionsgeladene Reise durch das Jahrzehnt von Walkie Talkie, Zauberwüfel und Lavalampen, in dem das Liebespaar zwei Jahre lang mit allen Mitteln versucht, die Beziehung geheim zu halten. Schwul? Auf dem bayrischen Land? In den 90ern? No Way! Ergo unterdrücken Tim und Lukas ihre Gefühle füreinander, sobald sie nicht alleine sind. Wie vor ihren Mitschülern der Klasse 10d der Realschule, mit denen sie engen Kontakt haben. Selbst auf der eigenen Geburtstagsparty verheimlichen die mittlerweile 16-Jährigen ihre Beziehung, obwohl doch vielleicht die eingeladene Dorfclique, zwei Mädels aus der Klasse und ein Kumpel aus dem Judoverein kein Problem mit Schwulen haben. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Nicht mal am Baggerweiher reden die zwei vor ihren langjährigen Freunden Klartext. Zu groß sind die Sorgen, die versteckten Ängste und die Panik, gesellschaftlich abgestoßen zu werden. All das beschäftigt den Alltag der Teenager - nebst dem neuartigen, sogenannten Internet, dem ersten, eigenen Auto, selbst aufgenommenen Mixtapes, feucht-fröhlichen Abenden im Dorfwirtshaus oder auf dem Schützenfest - und einer Fete mit katastrophalen Folgen. Tim und Lukas erleben den Alltag ganz normaler Teenager als nicht ganz so normale Teenager. 

 

 

Als Lukas dann in brütend heißer Sommerhitze am See auch noch die erste "Ehekrise" heraufbeschwört, indem er Tims Eifersucht auf die Probe stellt, ist das Chaos perfekt: Kein Mut, sich zu outen und dann auch noch Streit mit dem Partner...! Dabei ist das Leben doch zu kurz, um ständig einzuknicken und zurückzustecken. Wie kurz es sein kann - das erfährt das Paar, als ein Freund aus der Clique leblos am Ufer eines Baches aufgefunden wird. Höchste Eisenbahn, endlich das Coming-out voranzutreiben! In einem schwulen Paar, das vier Jahre älter ist als Tim und Lukas und geoutet in München wohnt, sehen sie ihren Rettungsanker. Sie vertrauen sich den neuen Bekannten an, erweitern ihren sexuellen Horizont und planen akribisch ihr Outing. Und das endet in einem Paukenschlag.